Tag 23: Ein Streifzug durch die Geschichte des Computers

Nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir den Tag 23, den letzten vollen Tag des Urlaubs, ruhiger angehen. Wir sind zuerst einfach mal durch die Gegend gefahren um weitere Firmen zu besuchen. Auf dem Weg sind AMD, Tesla, Barracuda, Netflix, VMware und SAP, teilweise die Headquarters und teilweise die Silicon Valley Standorte, gelegen. Die meisten Gebäude waren jetzt nicht so beeindruckend, AMD hatte aber einen ganz netten Campus, aufs Tesla Gelände sind wir leider nicht gekommen, weil Samstag.

Nach dieser Tour durch die aktuelle IT-Firmenlandschaft stand ein weiterer IT lastiger Punkt auf dem Plan: Der Besuch des Computer History Museums. Dort war der grösste Teil der Ausstellung der 2000 jährigen Geschichte des Computers gewidmet. Von den ersten manuellen Rechenmaschinen, über analoge Rechner bis hin zu der digitalen Welt wie wir sie jetzt kennen wurden dort teils originale Maschinen, Computer und alles drum herum präsentiert. Alles mit netten Tafeln die die Geschichte beschreiben.

Eines der interessanten Dinge die wir dabei kennen gelernt haben, war die Firma Fairchild Semiconductor die uns irgendwie allen nichts gesagt hat, aber offenbar in den 60er Jahren sehr viele Technologien bis zur Marktreife getrieben hatte und zum Beispiel als erste Firma ICs kommerziell vertrieben hatte. Weiters konnten sie als erste Silizium-Transistoren in größeren Stückzahlen fertigen. Beim Durchlaufen durch das Museum hat man in den alten Rechnern von damals sehr oft irgendwelche Fairchild Teile gesehen (Speicher zum Beispiel).

Weiters haben wir uns eine Vorführung eines funktionierenden DEC PDP-1 angeschaut. Die zwei Vorführer waren damals Studenten beim MIT und durften immer auf dem PDP-1 arbeiten, wenn es sonst keiner tat, also meist nach Mitternacht und am Sonntag.
Der eine war der Entwickler eines der ersten Computerspiele Steve Russell .
Der Andere war Peter Samson, der auf der einen Seite damals beim Computerspiel mit half, aber es damals auch geschafft hatte auf dem PDP-1 Musik zu spielen. Im Laufe der Restaurierung haben sie offenbar auch wieder die Lochstreifen mit den “Songs” darauf gefunden (auf der übrigens eine Bemerkung war, dass er sie mit seinem Leben schützen sollte … was er offenbar nicht getan hat 🙂 ). Das Problem dabei war, der Programmcode blieb verschwunden. Also was hat er gemacht? Sein Datenformat von damals reverse engineered und dann das Programm nochmals geschrieben (40 Jahre später!).

Nach dieser beeindruckenden Vorführung setzten wir unseren Streifzug durch die Computergeschichte fort und wurden unter anderem mit Modemklängen durch die weitere Ausstellung begleitet. Nach einer eigenen Sektion mit Googles selbstfahrenden Auto (Waymo), Softwareprogrammierung und einflussreiche Softwareentwicklungen (Photoshop, MP3, MRI, Car Crash Simulation, Wikipedia, Texting, World of Warcraft) und Ada Lovelace bekamen wir etwas Stress im Gift-Shop weil das Museum gerade zu gesperrt hatte. Wir haben trotzdem noch ein paar Dinge erstanden (nein es war kein Panikkauf, aber die Aussicht, dass das unsere letzte Chance ist JEMALS wieder hier etwas zu kaufen, hat ein bisschen mitgespielt).

Am Weg nach Hause sind wir noch an der originalen HP Garage (Geburtsort des Silicon Valley) vorbei gefahren und haben uns dann auf den Weg zum Essen gemacht.

Dafür sind wir noch einmal nach San Jose gefahren, haben unser Auto in eine (gratis, wie viele im Silicon Valley) Parkgarage geschmissen und sind dann, nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Tesla Store, im Yard House eingekehrt.